DJ HAPA

War das DJing das letztendliche Ziel bzw. ein notwendiger Schritt auf dem Weg zur Musikproduktion oder einer anderen TĂ€tigkeit? ErzĂ€hle uns mehr darĂŒber, wie alles begann.

Ich hĂ€tte nie erwartet, dass ich 25 Jahre spĂ€ter immer noch als DJ arbeiten wĂŒrde. Die meisten der DJs, mit denen ich angefangen habe, sind gekommen und gegangen und haben sich in andere Branchen oder Bereiche verlagert, und ich weiß ehrlich gesagt nicht, wo die Zeit geblieben ist. Meiner Meinung nach bin ich immer noch ein 24-jĂ€hriger DJ, der sich bemĂŒht, in dieser Branche Fuß zu fassen. Ich finde es genauso befriedigend, vor einer Menge aufzutreten, wie DJs zu coachen. FĂŒr mich ist es dasselbe GefĂŒhl, zu sehen, wie jemand einen genialen Einfall hat – sei es im vollen Club oder im Unterrichtsraum.

 

Kannst du uns von den Dingen erzÀhlen, die du gemacht oder erreicht hast, auf die du besonders stolz bist?

Ich hatte das GlĂŒck, so viele verschiedene Möglichkeiten zu haben, angefangen damit, dass ich der erste DJ war, der eine Residency in den FrĂŒhnachrichten bei KTLA (Los Angeles, Kalifornien, Fernsehsender) hatte. Ich gehörte zu einem Team von Emmy-PreistrĂ€gern, und es war absolut einmalig, jeden Morgen einen DJ live im Fernsehen zu sehen. Ich habe die BĂŒhne mit einigen der Großen geteilt: Michael Jackson, Bruno Mars, Marshmello, Earth Wind and Fire, Miles Electric Band. Und ich warte immer noch auf jemanden, der fragt: „Wie ist dieser Typ hier reingekommen?“

Eines der wohl grĂ¶ĂŸten Erlebnisse ist es zu sehen, wie jemand, den ich gecoacht habe, in seiner eigenen Karriere einen bedeutenden Fortschritt macht. Das macht mich genauso glĂŒcklich, wenn nicht sogar glĂŒcklicher, als wenn es meine eigene Leistung wĂ€re.

 

Da du selbst auf eine erfolgreiche Karriere zurĂŒckblicken kannst, wĂŒrden wir gerne von dir die besten Tipps fĂŒr junge DJs erfahren, die ihren ersten Auftritt haben wollen?

Als Erstes muss man sein „Warum“ herausfinden und ehrlich zu sich selbst sein. Es gibt heute viele DJs, die sich darauf einlassen, schnelles Geld zu verdienen, aber ich muss sagen, dass Djing nicht aus jedem einen MillionĂ€r macht. Es kann eine faszinierende Reise sein und viele verschiedene Gelegenheiten bieten – sogar jenseits der Decks. Aber es ist wichtig herauszufinden, was dich zum DJing bewegt. Als NĂ€chstes wĂŒrde ich sagen: Setze dir Ziele. Sage nicht nur, nĂ€chstes Jahr möchte ich bei Coachella spielen. Das ist ein ehrgeiziger Traum, aber welche Schritte kannst du jetzt unternehmen, um das zu erreichen? Und schließlich musst du Menschen finden, die an dich glauben und dir dabei helfen zu wachsen. Finde einen Coach, der dein Potenzial erkennt und voll ausschöpft.

 

Was denkst du, welche Techniken Einsteiger zuallererst lernen/praktizieren/beherrschen sollten?

An einem bestimmten Punkt halte ich es fĂŒr sehr hilfreich zu lernen, wie man beatmatcht. Ich habe frĂŒher geglaubt, dass dies das erste wĂ€re, was die Leute lernen sollten, aber ich glaube nicht, dass das stimmt. Als wir noch mit Vinylplatten arbeiteten, war das absolut notwendig. Ohne dies ging es gar nicht. Aber jetzt, mit der Technologie und der Verwendung des Sync-Buttons, habe ich das GefĂŒhl, dass das manuelle Beatmatching zweitrangig ist. Ich denke, dass es immer noch wichtig ist. Aber ich denke, DJs sollten sich darauf konzentrieren, die Musik zu verstehen und die einzelnen Songs aufzuschlĂŒsseln, um herauszufinden, welche Songs sich miteinander mischen lassen. Die Verwendung der Synchronisierung ist so etwas wie StĂŒtzrĂ€der an einem Fahrrad.

Verwendest du Vinyl oder hast du jemals Vinyl verwendet? Warum / Warum nicht?

ICH LIEBE Vinyl. Aber ich habe was dagegen, Platten zu einem Gig mitzunehmen und sie dabei vielleicht zu ruinieren. Mir wurden schon Platten auf FlughĂ€fen gestohlen. Bei Auftritten wurden GetrĂ€nke auf Schallplatten verschĂŒttet, und viele Freunde haben davon RĂŒckenprobleme bekommen. Ich denke auch, dass es gewisse EinschrĂ€nkungen gibt, wenn man nur Vinyl verwendet – keine Möglichkeiten fĂŒr Live-Remixe, keine SprĂŒnge zu Hot Cues, keine Mixe mit Loops. Ich habe immer noch eine Schallplattensammlung von etwa 50 000 Platten und kenne nicht einmal wirklich die HĂ€lfte davon. Ich sollte meine Sammelleidenschaft stĂ€rker kontrollieren.

 

Bist du durch deine Arbeit schon an einige coole Orte gekommen? Gibt es eine Gegend, von der du es erst nicht erwartet hast, die dich aber am Ende begeistert hat?

Ja, Reisen in den Nahen Osten. Eine gewaltige Erfahrung.

 

Was ist das Beste daran, ein DJ zu sein? Wann fĂŒhlst du dich am besten?

  1. Die Verbundenheit mit dem Publikum. Zu sehen, wie sich alle zum gleichen Rhythmus bewegen. Es ist unglaublich.
  2. Überraschungen. Man weiß nie, was einen erwartet. Bei einem Auftritt in der Silvesternacht in Anguilla fiel der Strom aus und man musste sich ĂŒberlegen, was man tun sollte. Als ich es wieder zum Laufen brachte, ist die Menge ausgerastet.
  3. Flow-ZustÀnde.

 

Was hilft dir bei deiner eigenen Motivation?

Indem ich die frische Energie der Menschen, die ich coache, aufnehme. Zu sehen, wie jemand von einer plötzlichen Eingebung inspiriert wird. Es ist sehr motivierend, ein wenig in der Zeit zurĂŒckzugehen und die Aufregung und den Enthusiasmus von jemanden zu beobachten, der zum ersten Mal einen Song scratcht oder den ersten Übergang schafft.

 

Inwiefern unterstĂŒtzt Hercules deiner Meinung nach DJ-Einsteiger?

Die Beat-Alignment-Funktion ist so unglaublich wirkungsvoll! Außerdem ist Hercules’ Engagement fĂŒr die Ausbildung unvergleichlich. Das hĂ€ngt ganz sicher mit dem Einsatz und Bestreben von Hercules zusammen, der Welt das DJing nahezubringen.

"Ich denke, DJs sollten sich darauf konzentrieren, die Musik zu verstehen und die einzelnen Songs aufzuschlĂŒsseln, um herauszufinden, welche Songs sich miteinander mischen la"